Palmöl droht Schweizer Rapsöl zu verdrängen

Wegen der gesundheitlichen Vorteile ist das Rapsöl in der offiziellen Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung aufgeführt. Die Zeichen aus der Politik sind weniger positiv: Rapsöl droht infolge von Freihandelsabkommen durch Palmöl verdrängt zu werden. Damit würden ein innovatives Produkt und Wertschöpfung in der Schweiz verloren gehen.

Aus Sicht der Ernährungswissenschaft ist Rapsöl sehr wertvoll. Es wird deshalb auch vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfohlen. Doch Freihandelsabkommen können je nach Verhandlungsergebnis einschneidende Auswirkungen auf den Rapsmarkt haben. Im Moment verhandelt die Schweiz mit Malaysia, Indonesien und weiteren südostasiatischen Ländern über ein Abkommen. Vereinfacht die Schweiz die Einfuhr von Palmöl, so wird Rapsöl auf dem Markt durch billigeres Palmöl konkurriert, was sich auf die Rapspreise auswirkt. Produktionsfläche und Wertschöpfung in der Schweiz könnten verloren gehen und der Anteil an Palmöl in unserer Ernährung auf Kosten des Rapsöls zunehmen. Auch die Schweizer Landschaft wäre davon betroffen, wenn wir uns zukünftig nicht mehr über die goldgelb blühenden Rapsfelder erfreuen können.

Wertschöpfung von Landwirt bis Ölmühle
Raps wird im Schweizer Mittelland auf rund 23‘700 ha angebaut. Im Jahr 2013 betrug der Produktionswert für die Landwirtschaft 60 Millionen Franken. Nach der maschinellen Ernte im Juli kommt der Raps zur Sammelstelle, wo er gereinigt und wenn nötig getrocknet wird. Die Sammelstelle wiederum verkauft den Raps an eine der drei grossen Ölmühlen in der Schweiz. Dank der guten Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette ist die Kultur sowohl für die Landwirte als auch für die Sammelstelle und die Ölmühle rentabel und schafft zahlreiche Arbeitsplätze.

Vielfältigkeit beugt Pflanzenkrankheiten vor
Schweizer Landwirte bauen auf ihren Äckern mindestens vier Kulturen abwechselnd an (Fruchtfolge), um grösseren Krankheits- und Schädlingsproblemen vorzubeugen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Raps spielt in der Fruchtfolge eine wichtige Rolle, da er aus einer komplett anderen Familie als die verbreiteten Kulturen Mais und Getreide kommt.

Kontaktpersonen:
Fritz Glauser, Präsident Schweizerischer Getreideproduzentenverband (SGPV)
Tel: 026 658 17 80, Mobil: 079 702 05 44

Andrea Koch, stv. Geschäftsführerin Schweizerischer Getreideproduzentenverband (SGPV)
Geschäft: 031 381 72 13, Mobil: 076 216 11 20

David Rüetschi, Geschäftsführer Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS-Schweiz) Mobil: 079 677 82 12

Dienstag, den 30. Juni 2015