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AKTUELL  |  25.01.2012

 

Agrar-Freihandel und Tourismus: Eine konsequentere Strategie, bitte!

Medienmitteilung

Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS-Schweiz) findet die Position von hotelleriesuisse zum Agrarfreihandel unverständlich und inkonsequent. Einerseits billige Lebensmittelimporte fordern, andererseits die Schweiz mit ihren wunderschönen, landwirtschaftlich geprägten Landschaften als Tourismusdestination anpreisen; das passt nicht zusammen.

Qualität hat ihren Preis
Seinen Erfolg verdankt der Schweizer Tourismus in erster Linie den schönen Landschaften und Bergen. Diese Schönheit beruht aber ganz besonders im Berggebiet auf der landwirtschaftlichen Aktivität in den Tälern. Wenn sich die Hotellerie für den Agrarfreihandel einsetzt, der das Überleben der Bauernfamilien in Frage stellt, sägt sie am Ast, auf dem sie sitzt. Die Qualität, auf die hotelleriesuisse setzt, hat ihren Preis.

Kaum ein Trinkgeld gespart
Hotelleriesuisse fordert den Agrarfreihandel, um so die Kosten und die Konsequenzen der Frankenstärke zu dämpfen. Die Studie, auf die diese Forderung stützt, kommt zum Schluss, dass die Hotelbranche für Produkte der Nahrungsmittelindustrie 15,5% aufwendet, für landwirtschaftliche Produkte 2,3%. Diese Studie ist durchaus interessant. Das Fazit, das hotelleriesuisse daraus zieht, ist überraschend. Die Personalkosten machen 39% der Aufwendungen aus; mehr als doppelt so viel wie die Nahrungsmittelkosten. Mit dem Angriff auf die Landwirtschafts- und Nahrungsmittelbranche wird ein Sündenbock für die anstehenden Probleme gesucht.

Die Studie von hotelleriesuisse zeigt, dass mit dem Agrarfreihandel der Kunde für ein Menü mit Salat, Entrecôte und Pommes, einem Dessert, Getränken und Kaffee über ein Sparpotenzial von Fr. 4.90 verfügt. Diese Rechnung beruht aber auf der Annahme, dass die Lebensmittelpreise der Grossverteiler dank Freihandel deutlich sinken würden. Dies ist angesichts des dichten und komplexen Vertriebsnetzes in der Schweiz alles andere als sicher.

Alpen und Sushi?
Es ist paradox, dass die Experten der Tourismusbranche lautstark nach Bestimmungen rufen, damit ausländische Lebensmittel billig importiert werden können. Dies zeigt, wie inkonsequent die Strategie der Hotelbranche ist. Es ist befremden einerseits auf importierte Lebensmittel zu setzen, und andererseits die Destination Schweiz zu verkaufen. Will ein Tourist nicht eben die lokalen Spezialitäten kennen lernen? Es ist doch eher selten, dass die Reisenden in Zermatt um jeden Preis Sushi statt einem Walliser Raclette geniessen wollen.

Die SALS-Schweiz wünscht den Schweizer Hotels und Restaurants ein gutes Geschäftsjahr 2012 und hofft, dass die Wirte eine nachhaltigere Strategie umsetzen werden, als die von ihrem Dachverband geplante. Konkrete Beispiele von Strategien, wie lokale Produkte erfolgsbringend in der Gastronomie eingesetzt werden können wurde im Auftrag der SALS in einer Studie mit dem Titel „Schweizerteller“ untersucht. Mehr Informationen dazu unter www.sals-schweiz.ch.

Auskünfte:
Walter Willener, Präsident SALS-Schweiz, Lausanne, 079 689 31 06
David Rüetschi, Geschäftsführer SALS-Schweiz, Lausanne, 079 677 82 12

 


Mittwoch, den 25. Januar 2012  |  Zurück

 

 

 

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