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AKTUELL  |  21.11.2011

 

Das Meckern der Freihandelsbefürworter

Obwohl das Projekt eines umfassenden Agrarfreihandelsabkommen mit der Europäischen Union politischen Gegenwind erhalten hat, will die Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz (IGAS) immer noch eine rasche Liberalisierung der Agrarmärkte erzwingen. IGAS wirft der schweizerischen Landwirtschaft Vogel- Strauss- Politik vor, will aber den Balken im eigenen Auge nicht sehen.

Das Cassis der Lüge
Anders als von IGAS verkündet wurde, unterstützen weder die Grünen noch die SVP die Volkinitiative „Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller“, welche viel mehr umfasst als die Abschaffung des Cassis de Dijon Prinzips. Im Bereich Lebensmittel, konnten die Konsumenten mit dem Cassis de Dijon Prinzip Erfahrungen sammeln. Diese sind sehr ernüchternd: die Preise bleiben stabil, die Produktequalität in den Läden sinkt und die Margen des Agrarhandels und der Grossverteiler nehmen zu.

Dogma Agrarfreihandel und neue Fakten
Für die IGAS Mitglieder ist es an der Zeit die Thesen des Neoliberalismus zu überwinden und sich an neuen Fakten zu orientieren. Renommierte Wirtschaftsprofessoren hinterfragen die Theorien des Freihandels für Lebensmittel und Agrarprodukte, deren Nachfrage unelastisch ist, schon seit einiger Zeit.

Für die Befürworter des Agrarfreihandels ist die Produktion von Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen im Inland zweitrangig. Die Versorgung der Schweiz soll mit Grenzöffnung und guter Kaufkraft sichergestellt werden, indem man sich bei den grossen Agrarexporteuren, die kostengünstig produzieren, eindeckt. Diese Politik ist nicht nachhaltig und beinhaltet eine kurzfristige Denkweise. Sie kann für die Schweiz bei Versorgungsengpässen und Krisen fatale Auswirkungen haben. Ohne eigene Agrarproduktion verliert die Schweiz ihre Verhandlungsmacht für den Einkauf von Agrarprodukten. Die Aufgabe der landwirtschaftlichen Produktion würde mittelfristig auch die Verlagerung der Verarbeitungsstufe ins Ausland bedeuten. In den aktuellen Krisenzeiten wäre es viel klüger die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz wieder vermehrt zu fördern.
Wie die neusten Aussenhandelsstatistiken für Lebensmittel zeigen, sind die Exporte von Produkten aus Schweizer Agrarrohstoffen stark unter Druck. Die europäischen Konsumenten müssen in nächster Zukunft sparen und werden sich weniger teure Schweizer Produkte leisten. Mit der Ausnahme von Käse, bleiben die Exporte eine grosse Illusion. Mit den neusten Aussagen beweist IGAS erneut dass Sie nur die Interessen der Industrie vertretet.

Ein Aufruf
SALS- Schweiz ruft die Landwirtschaften Organisationen und die Konsumenten Organisationen die IGAS nahe stehen auf, grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Verdient, eine Organisation die Billigimporte von Nahrungsmittel fördert und Agrarfreihandelsabkommen mit Staaten abschliessen will die qualitativ sehr fragwürdige Lebensmittelprodukte herstellen (China zum Beispiel), noch Unterstützung?

Auskünfte:
Walter Willener, Präsident SALS-Schweiz, Lausanne, 079 689 31 06
David Rüetschi, Geschäftsführer SALS-Schweiz, Lausanne, 079 677 82 12

 


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