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AKTUELL  |  19.04.2010

 

Der Weinbausektor hat bei einem FHAL auch nichts zu gewinnen!

Pressemitteilung

Als Folge der Uruguay-Runde gibt der Bund seit 2001 jährlich ein Kontingent mit einem reduzierten Zollsatz von 170 Millionen Liter Wein frei. Da der inländische Konsum seit Anfang der 90er Jahre stark zurückgegangen ist, liegen die Importe meistens unterhalb dieses Kontingents. Der Schweizer Weinmarkt ist faktisch bereits stark liberalisiert. Zudem haben die Schweizer Winzer und Weinkelterer in den letzten Jahren grosse Anstrengungen im Bereich der Qualität gemacht. Der Weinbau entspricht somit – in kleinem Massstab – der Vision der Bundesbehörden, die ein Agrarfreihandelsabkommen (FHAL) mit einer „Qualitätsstrategie“ verbinden. Trotzdem lehnt der Weinbausektor ein FHAL ab, wie es die drei neuen Mitgliedschaften aus diesem Sektor bei der SALS-Schweiz zeigen.

Mit rund 40 Litern pro Kopf liegen die Schweizerinnen und Schweizer beim Weinkonsum weltweit an vierter Stelle. Von dieser grossen Nachfrage profitieren allerdings vor allem die importierten Weine, liegt doch der Selbstversorgungsgrad bei etwa 36 %. Nachdem der Export von Schweizer Weinen während einigen Jahren zugenommen hatte, sank er 2009 auf ca. 670'000 Liter (0,65 % der Produktion). Diese Menge ist im Vergleich zu den 170 Millionen Liter Wein, die jährlich importiert werden, extrem klein. Weiter muss hervorgehoben werden, dass die importierten Mengen jedes Jahr zunehmen, während der Konsum abnimmt.

Ein FHAL würde für die Schweizer Produktion eine reelle Gefahr darstellen. Trotz seines Umfangs fungiert das Zollkontingent zurzeit als Puffer, indem die Vermarktung von viel grösseren Weinmengen aus Europa auf dem Schweizer Markt verhindert wird. Die EU, deren Produktion rund zwei Drittel der weltweiten Weinproduktion ausmacht, gewährt sowohl der Produktion als auch der Verarbeitung erhebliche Subventionen. Die Verluste auf dem inländischen Markt könnten nur unzureichend durch zusätzliche Exporte kompensiert werden, liegt doch der Nachteil für die Schweizer Weine eher in ihrer Vielfalt und in den geringen Mengen als in den Zöllen der EU. Um seine Opposition gegen ein Abkommen, welches für die Schweizer Produzenten mehr Risiken als Chancen birgt, klar kundzutun, hat der Schweizer Weinbauernverband am 15. April beschlossen, der SALS-Schweiz beizutreten. Damit folgt er dem Beispiel der Fédération des caves viticoles vaudoises und von Uvavins-Cave de La Côte, die bereits seit einigen Wochen Mitglied sind.

Auskunft:
Walter Willener, Präsident SALS-Schweiz, Lausanne, 079 689 31 06
Loïc Bardet, Geschäftsführer SALS-Schweiz, Lausanne, 079 718 01 88

 


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