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AKTUELL | 01.03.2010
Das FHAL würde die Arbeitsplätze im gesamten Agrar- und Lebensmittelsektor gefährden Pressemitteilung Vom Abschluss eines Freihandelsabkommens im Agrar- und Lebensmittelbereich (FHAL) mit der Europäischen Union wäre nicht nur die Landwirtschaft, sondern der gesamte Agrar- und Lebensmittelbereich stark betroffen. Während das Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) für die kommenden Jahre eine Arbeitslosenquote von 5 % prognostiziert, würden durch den beschleunigten Strukturwandel im Agrar- und Lebensmittelsektor zehntausende zusätzlicher Arbeitsplätze zerstört. Um dies zu verhindern, stossen immer mehr Organisationen aus dem ganzen Sektor zur SALS-Schweiz. Der Bericht des Bundesrates vom März 2008 betreffend die eventuelle Aufnahme von Verhandlungen mit der EU im Hinblick auf ein FHAL zeigte einen Rückgang des landwirtschaftlichen Einkommens in der Grössenordnung von rund 800 Millionen Franken gegenüber der AP 2011 auf. Mit einem Jahreseinkommen pro Arbeitskraft von rund CHF 40‘000.-- würde dieser Rückgang dem Verlust von 20‘000 Familienarbeitskräften gleichkommen. Dazu käme noch der Verlust von Arbeitsplätzen ausserhalb des Familienkreises. Im Übrigen hat eine Studie im Genferseebogen gezeigt, dass ein landwirtschaftlicher Arbeitsplatz 0,7 Arbeitsplätze auf den vor- und nachgelagerten Stufen generiert. Rechnet man diese Ergebnisse auf die weiter nachgelagerten Stufen (2. Verarbeitungsstufe, Verteilung) auf, so schätzen wir, dass im gesamten Agrar- und Lebensmittelsektor rund 50‘000 Arbeitsplätze verloren gingen. Dies würde eine Zunahme der Arbeitslosenquote um einen Punkt bedeuten. Das FHAL wird innerhalb des Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektors immer heftiger umstritten. Um der Branche andere Perspektiven zu eröffnen, stossen immer mehr Fachorganisationen zur SALS-Schweiz. So konnten wir in den letzten Wochen nicht weniger als vier neue Beitritte verzeichnen. Dabei gilt es zu vermerken, dass diese Neumitglieder nicht nur aus dem Landwirtschaftsbereich kommen, sondern aus dem gesamten Sektor. Es handelt sich dabei um den Verband kollektiver Getreidesammelstellen der Schweiz, die Walliser Obst- und Gemüse Branchenorganisation, den Schweizerischen Landmaschinen-Verband und den Solothurnischen Bauernverband. All jene, welche die Landwirtschaft als unbedeutenden und demzufolge vernachlässigbaren Wirtschaftssektor betrachten, täten gut daran, sich der zunehmenden Opposition gegenüber einem FHAL bewusst zu werden und sich offen für die Suche nach Alternativen zu zeigen.
Montag, den 1. März 2010 | Zurück
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