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AKTUELL  |  25.06.2012

 

Agrarpolitik: Gefährliche Mischung

Bei der Parlamentsdebatte zur Agrarpolitik 2014 – 2017 werden unterschiedliche Geschäfte auf gefährliche Weise miteinander vermischt. Die SALS-Schweiz fordert mehr Sachlichlkeit. Swissness, Qualitätsstrategie, Ernährungssouveränität und Agrarfreihandel sind vier unterschiedliche Geschäfte, die getrennt zu behandeln sind. Das Paket AP 14-17 soll ohne Agrarfreihandel geschnürt werden.

Der Ärger der Freihandelsbefürworter
Der Entscheid des National- und Ständerates, die Verhandlungen für ein Agrarfreihandelsabkommen zu sistieren und das FHAL aus dem Legislaturprogramm 2012-2015 zu kippen, hat den Ärger der Freihandelsbefürworter geschürt. Diese führen nun einen Angriff gegen die drei Geschäfte Qualitätsstrategie, Swissness und Ernährungssouveränität. So hat die Migros ihre Teilnahme an der Abschlussveranstaltung der Qualitätsstrategie abgesagt und Nestlé weigert sich schlicht und einfach, die Qualitäts-Charta zu unterzeichnen. Mit der Verknüpfung von Qualitätsstrategie und Freihandel richtet die Lebensmittelindustrie folgende Botschaft an die schweizer Konsumenten: Eine Qualitätsstrategie ist nur dann interessant, wenn sie Exportprofite abwirft; für die Schweiz allein ist sie nicht nötig. Damit ist die SALS-Schweiz nicht einverstanden und ist vielmehr der Meinung, dass die Qualitätsstrategie für das Vertrauensverhältnis zwischen Lebensmittelproduzenten und Konsumenten unerlässlich ist.

Überholte Vorwürfe
Die Befürworter des Freihandels werfen der Landwirtschaft immer noch vor, Protektionismus wie zu Zeiten des Kalten Kriegs einführen zu wollen. Unter diesem Vorwand rufen einige linke Politiker dazu auf, den Grundsatz der Ernährungssouveränität nicht in das Landwirtschaftsgesetz aufzunehmen. Auch die Swissness-Gesetzgebung wird bekämpft.
Dabei sieht die Realität ganz anders aus. Die Schweiz importiert unter dem Strich mehr Lebensmittel als sie exportiert: Etwa die Hälfte unseres täglichen Essens stammt aus dem Ausland. Mit den herrschenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten bietet das Ziel eines Selbstversorgungsgrads von etwa 60% unserem Land Sicherheit und Stabilität.

Mitbestimmungsrecht, wer unser Essen wo produziert
Die Konsumenten müssen bei den Lebensmitteln die Wahlfreiheit haben. Die Voraussetzung dafür ist eine transparente Konsumenteninformation. In einer kürzlichen Umfrage befürworteten 83% der befragten Konsummenten, dass ein Lebensmittelprodukt mit dem Schweizer Kreuz auch Schweizer Rohstoffe enthalten sollte. Im heutigen Umfeld, das von einem weitgehend geöffneten Markt geprägt ist, entspricht also eine starke Gesetzgebung über die Verwendung des Schweizer Kreuzes auf den Lebensmitteln den Erwartungen der Konsumenten.

Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor fordert von den Politikern, in der Agrarpolitik nicht „Kraut und Kabis“ zu vermischen. Jedes der drei Geschäfte Swissness, Qualitätsstrategie und Ernährungssouveränität braucht seinen eigenen Lösungsansatz. Das Paket AP 14-17 muss ohne Agrarfreihandel oder sektoriellen Agrarfreihandel geschnürt werden.

Auskünfte:
Walter Willener, Präsident SALS-Schweiz, Lausanne, 079 689 31 06
David Rüetschi, Geschäftsführer SALS-Schweiz, Lausanne, 079 677 82 12

 


Montag, den 25. Juni 2012  |  Zurück

 

 

 

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