Argumentarium für eine Ablehnung der beiden Volksinitiativen «Fair Food» und «Ernährungssouveränität»

  • Im September 2017 hat das Stimmvolk mit fast 80% Ja-Stimmen den Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit angenommen. Dieser Artikel deckt die Anliegen der beiden Initiativen «Fair Food» und «Für Ernährungssouveränität» bereits ab. Die beiden neuen Initiativen sind damit überflüssig.
     
  • Mit der Umsetzung der Initiativen wird der administrative Aufwand für Schweizer Unternehmen und Landwirtschaftsbetriebe ansteigen, da sie zum Beispiel den Beweis für faire Arbeitsbedingungen erbringen müssen. Die Schweiz kennt bereits heute sehr strenge Auflagen im internationalen Vergleich.
     
  • Die konkrete Umsetzung der Initiativanliegen bezüglich importierter Lebensmittel ist unmöglich. Kontrollen der Produktionsbedingungen im Ausland sind kompliziert und das Produktionsumfeld ist nie mit Schweizer Verhältnissen vergleichbar.
     
  • Der Begriff «fair» ist zu vage. Ein bestimmter Produktepreis oder ein Lohn können in einem Land als fair gelten, während sie es in einem anderen Land mit einem hohen Kostenumfeld nicht sind.
     
  • Die beiden Initiativen liefern keine konkreten Lösungen für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Mit neuen Regelungen werden Lebensmittel im Inland verteuert und Einkaufstourismus im Ausland aktiv gefördert. Dies geht auf Kosten von Arbeitsstellen in der Schweiz. 
     
  • Die Initiativen stehen im Widerspruch zu den Zielen der SALS und laufen ihrer Vision eines modernen und professionellen Agrar- und Lebensmittelsektors entgegen. Mit einer Erhöhung der Anzahl landwirtschaftlicher Organisationen und der Beschäftigten in der Landwirtschaft schafft man keine Zukunftsperspektiven. SALS setzt sich gemäss Statuten für einen Abbau der nichttarifären Handelshemmnisse bei gleichzeitiger Wahrung eines angemessenen tarifären Grenzschutzes. Dadurch kann der administrative Aufwand der im Lebensmittelexport tätigen Unternehmen verringert werden.  Die «Fair-Food-Initiative» stösst mit der Schaffung von zusätzlichen technischen Handelshemmnissen in die entgegengesetzte Richtung.

Auskunft:
Hans Jörg Rüegsegger, Präsident SALS-Schweiz, Riggisberg, 079 393 87 50
 David Rüetschi, Generalsekretär SALS-Schweiz, Lausanne, 079 677 82 12

Sonntag, den 26. August 2018